What Makes a Shoe Truly Vegan? (It's Not Just the Leather)

Was macht einen Schuh wirklich vegan? (Es ist nicht nur das Leder)

Nae Vegan Shoes

Wer anfängt, genauer hinzuschauen, was in den Dingen steckt, die man trägt, stößt bei Schuhen schnell auf Überraschendes. Der erste Impuls ist meist: auf Leder prüfen. Und das ist ein guter Anfang. Aber ein Schuh besteht aus mehreren Teilen — und Leder ist nur eines der Materialien, die darin vorkommen können. Wer weiß, worauf es ankommt, liest ein Schuhetikett nie wieder gleich.

Die gute Nachricht: Es ist nicht kompliziert. Man muss nur wissen, welche Teile ein Schuh hat — und wo sich tierische Materialien gerne verstecken.

Ein Schuh besteht aus drei Teilen — alle drei prüfen

Stell dir jeden Schuh als drei übereinanderliegende Bereiche vor:

Das Obermaterial

Die äußere Hülle — alles, was man sieht, wenn man einen Schuh von außen betrachtet. Hier schaut man zuerst hin, und das zu Recht. Leder, Veloursleder, Nubuk, Shearling, Wolle: alles tierischen Ursprungs, alles verbreitet im Obermaterial. Synthetische Alternativen haben sich in den letzten zehn Jahren enorm verbessert — viele sind inzwischen strapazierfähiger und wasserabweisender als die tierischen Entsprechungen. Bei NAE arbeiten wir mit Materialien wie Piñatex (aus Ananasblattfasern), Apfelleder, Kork und OEKO-TEX-zertifizierten Mikrofasern — das Obermaterial ist daher immer tierfrei, aber wir haben auch darauf geachtet, dass es wirklich interessante Materialien sind, kein bloßer Kunststoffersatz.

Futter und Innensohle

Das Innenleben des Schuhs — der Teil, den der Fuß direkt berührt. Hier schleichen sich tierische Materialien oft unbemerkt ein. Lederfutter ist selbst bei Schuhen verbreitet, die außen vollständig synthetisch wirken. Auch Wolle ist ein Fall für sich: Sie verwendet unter EU-Kennzeichnungsrecht dasselbe Symbol wie Baumwolle und Polyester — und kann deshalb leicht übersehen werden. Unsere Futter bestehen durchgehend aus OEKO-TEX-zertifizierten Mikrofasern — hypoallergen, ohne CO₂-Emissionen produziert und als Bonus geruchshemmend.

Die Laufsohle

Der Boden des Schuhs. Bei den meisten Alltagsmodellen besteht die Sohle aus Gummi oder Synthesekautschuk — vollständig vegan. Kniffliger wird es bei formellen Schuhen, wo Ledersohlen in manchen Modellen noch als traditionelles Qualitätsmerkmal gelten. Unsere Sohlen bestehen aus Natur- oder Synthesekautschuk oder recycelten Materialien — zum Beispiel die recycelten Tennisbälle in unseren Berlin- und London-Sneakern oder die recycelten Autoreifensohlen (die ewig halten) an unseren anatomischen Sandalen. Beides ist vegan — und gebrauchten Materialien ein zweites Leben als Schuhsohle zu geben fühlt sich einfach richtig an.

Was nicht auf dem Etikett steht

Hier wird es unsichtbar.

Kleber

Jeder Schuh wird mit Klebstoff zusammengehalten — und historisch wurde dieser aus tierischem Kollagen hergestellt: ausgekochten Tierknochen, Häuten und Bindegewebe. In der modernen Produktion ist das seltener geworden, weil synthetische Klebstoffe günstiger und einfacher in der Verarbeitung sind. Aber viele Mainstream-Marken können schlicht nicht bestätigen, ob ihre Klebstoffe frei von tierischen Nebenprodukten sind — denn diese Information liegt auf Fertigungsebene, nicht beim Händler. Eine Marke, die wirklich vegane Schuhe herstellt, sollte in der Lage sein zu bestätigen, dass ihre Klebstoffe synthetisch sind. Wenn sie es nicht weiß, ist das bereits eine aufschlussreiche Antwort.

Farb- und Beschichtungsmittel

Die meisten Schuhe werden mit synthetischen Farbstoffen eingefärbt, aber manche Marken verwenden tierisch gewonnene Farb- und Tinkturstoffe. Karmin — ein roter Farbstoff aus zermahlenen Cochenille-Insekten — taucht gelegentlich in der Mode auf. Im Schuhbereich ist das selten, aber es kommt vor. Auch hier gilt: Eine Marke mit vollständiger Transparenz über ihre Lieferkette kann Auskunft geben. Eine ohne diese Transparenz kann es nicht.

Das ist eigentlich einer der Gründe, warum es für uns wichtig ist, wo und wie Schuhe hergestellt werden — nicht nur woraus. Wenn man Schuhe in eigenen zertifizierten Werkstätten in Portugal fertigt, wie wir es tun, hat man eine direkte Beziehung zu jedem Lieferanten. Man weiß, welcher Kleber verwendet wird. Diese Art von Transparenz lässt sich nicht vortäuschen — und ist kaum zu erreichen, wenn die Lieferkette sechs Länder und fünf Zulieferer umfasst.

So liest man die Symbole auf dem Schuhetikett

In der EU müssen auf jedem Schuh vier genormte Piktogramme erscheinen — für Obermaterial, Futter und Innensohle sowie Laufsohle. Sie sind klein, aber wenn man sie einmal kennt, lassen sie sich leicht lesen:

Leder Echte Tierhaut. Nicht vegan.
Beschichtetes Leder Tierhaut mit Oberflächenbehandlung. Nicht vegan.
Textil Meist vegan — aber Wolle teilt dieses Symbol. Im Zweifel nachfragen.
✓ Sonstige Materialien Synthetik, Gummi, PVC, Kunstleder. Das sichere Symbol für Veganer:innen.

Das Entscheidende: alle drei Zeilen auf dem Etikett prüfen, nicht nur die erste. Ein Schuh kann beim Obermaterial eine Raute (synthetisch) und beim Futter eine Tierhautkontur (Leder) zeigen — wer nicht alle drei ansieht, übersieht das leicht. Wichtig zu wissen: Wenn ein Material 80 % oder mehr eines Bereichs ausmacht, muss nur dieses Material angegeben werden. Ein Futter, das überwiegend aus Leder besteht, macht das also nicht unbedingt auf den ersten Blick deutlich. Im Zweifel: nachfragen.

Was bedeutet „zertifiziert vegan" eigentlich?

PETA-APPROVED VEGAN peta.de/vegane-mode
THE VEGAN SOCIETY Registriert vegansociety.com
OEKO TEX® STD 100 GEPRÜFT AUF SCHÄDLICHE STOFFE

Manche Schuhe tragen eine unabhängige Zertifizierung — die bekannteste ist das PETA-Approved-Vegan-Siegel. Um es verwenden zu dürfen, müssen Marken bestätigen, dass jede Komponente ihres Produkts vegan ist: die Materialien, das Futter, die Klebstoffe, die Farbstoffe. Zertifizierungen wie das PETA-Approved-Vegan-Siegel oder das Vegan Trademark der Vegan Society garantieren, dass weder im Material noch im Herstellungsprozess tierische Bestandteile verwendet werden. Was letztendlich zählt, ist ob eine Marke wirklich hinter dem stehen kann, was sie behauptet. Bei NAE prüfen wir jedes Material, das in unsere Schuhe einfließt. Alles wird von uns kontrolliert und bestätigt, bevor es in die Produktion geht. Diese Verantwortung ist Teil unserer Arbeitsweise.

Praktische Checkliste für den nächsten Schuhkauf

Egal ob im Geschäft oder beim Online-Kauf — das sollte man prüfen:

  • Obermaterial: Auf Textil- oder Rauten-Symbole achten oder Bezeichnungen wie „synthetisch", „Mikrofaser", „veganes Leder" oder „Canvas". Ein Tierhaut-Symbol bedeutet Leder.
  • Futter: Diesen Bereich des Etiketts separat vom Obermaterial prüfen. Textil ist meist unbedenklich — wer Wolle ausschließen will, erhält durch eine kurze Nachfrage beim Hersteller Gewissheit. Raute/synthetisch ist immer sicher.
  • Sohle: Bei Alltagsschuhen selten ein Problem. Bei formellen Modellen prüfen, ob Ledersohle oder Gummi angegeben ist.
  • Kleber und Farbstoffe: Steht auf keinem Etikett. Formulierungen wie „frei von tierischen Bestandteilen" oder „ohne Leder" sind ein Hinweis, bedeuten aber nicht zwangsläufig, dass auch Klebstoffe oder Farbstoffe tierfrei sind. Bei dedizierten Vegan-Marken sollte es dokumentiert sein — wer keine Auskunft geben kann, sagt damit bereits etwas.
  • Zertifizierung: Auf der Produktseite, der Verpackung oder der Marken-Website suchen. Eine Marke, die sie zeigt, hat die Prüfarbeit bereits erledigt — das spart einem die eigene Recherche.

Kurz gesagt

Lederfrei bedeutet nicht automatisch vegan. Ein Schuh besteht aus mehreren Schichten — Außenmaterial, Innenleben, Sohle, Klebstoff — und tierische Materialien können in jeder davon auftauchen. Den Marken, denen man vertrauen kann, sind jene, die jede Schicht durchleuchtet haben und genau sagen können, was drin steckt.

Wer Schuhe einmal auf diese Weise betrachtet, stellt fest: Echtes veganes Schuhwerk ist nicht einfach Leder minus. Es ist eine grundlegend andere Herangehensweise daran, wie ein Schuh hergestellt wird — und woraus er von Anfang bis Ende besteht.


Zurück zum Blog

Hinterlasse einen Kommentar

Bitte beachte, dass Kommentare vor der Veröffentlichung freigegeben werden müssen.