I’m Turning Vegan. Now What About My Clothes?

Ich werde vegan. Und was ist mit meiner Kleidung?

Nae Vegan Shoes

Im ersten Teil dieser Reihe ging es um den Teller. Hier geht es um den Kleiderschrank — den die meisten erst danach angehen und schwieriger finden. Nicht weil das Prinzip ein anderes wäre, sondern weil sich das Tier in einem Mantel leichter verstecken lässt als in einem Eintopf.

Nicht, dass die Lebensmittelindustrie weniger geübt darin wäre, zu verbergen, welchem Lebewesen etwas entnommen wurde. Der Aufwand, den sie in das Einüben von Gewohnheiten, in Comic-Karikaturen und in die Inszenierung dessen steckt, was sie verkauft, ist enorm — groß genug, dass es jedem schwerfällt, aus der Gewohnheit des Fleischessens herauszutreten, sie zu hinterfragen oder auch nur ein verpacktes und garniertes Stück Tier mit seiner Herkunft in Verbindung zu bringen. Was zwischen dem Tier und dem fertigen Kleidungsstück passiert, geht aber noch weiter.

Nichts davon muss diese Woche passieren. Der ganze Sinn dieser Reihe ist, dass sie als Richtung funktioniert und nicht als Frist. Wir, die schon vegan leben, waren selbst nicht schnell genug dabei, um jetzt von anderen Eile zu verlangen. Schauen wir trotzdem, wie wir etwas nachhelfen können.

Hände, die das eingenähte Zusammensetzungsetikett eines Kleidungsstücks prüfen


Fang damit an, nichts wegzuwerfen

Wenn du Lederstiefel, einen Wollmantel oder einen Seidenschal besitzt, macht der Mülleimer nichts davon rückgängig. Das Tier ist längst tot, benutzt, ausgebeutet; das Einzige, was der Mülleimer ändert, ist, dass früher als nötig etwas Neues hergestellt werden muss. Diese Stiefel zu tragen, bis sie wirklich verschlissen sind, ist die Variante, die am wenigsten weiteren Schaden anrichtet — und sie kostet dich nichts.

Manche merken, dass sie nicht mehr tragen wollen, was sie besitzen, und das ist ein legitimes Gefühl und kein Denkfehler. Wenn das auf dich zutrifft: gib die Stücke weiter — verkauf sie, spende sie, gib sie jemandem, der sonst neu kaufen würde. Entscheidend ist, dass sie weiter benutzt werden.


Die, die du schon kennst

Die offensichtlichen tierischen Materialien, der Vollständigkeit halber: Leder, Wildleder, Nubuk, Lammfell und Pelz; Wolle, Kaschmir, Mohair, Angora, Alpaka und Kamelhaar; Seide; Daunen und Federn.

Es lohnt sich, ein paar Gewohnheiten ganzer Kategorien zu kennen, weil sie Zeit sparen. Anzüge sind meist aus Wolle, einen ohne Wolle muss man also bewusst suchen — Leinen, Baumwolle oder eine Chemiefaser. Krawatten sind noch häufig aus Seide, überzeugende Alternativen gibt es aber in Polyester, Viskose und Nylon. Bei Schuhen und Gürteln ist Leder die Voreinstellung. Blusen, die früher aus Seide gewesen wären, sind heute sehr oft Polyester oder Viskose.

Und zu jedem einzelnen gibt es eine Alternative, auch solche, die dem Traditionellen in Aussehen und Griff sehr nahe kommen.


Die, die sich verstecken

Hier führt ein Kleiderschrank die meisten in die Irre, und fast immer liegt es an den Kleinteilen und nicht am Stoff.

  • Knöpfe. Horn, Knochen und Perlmutt sitzen an Hemden, Mänteln und Jacken.
  • Patches. Das Schildchen am hinteren Bund einer Jeans ist häufig aus Leder.
  • Besätze. Pelz an einer Kapuze, ein Bommel an der Mütze, eine Lederlasche am Taschenriemen — oft erst zu Hause bemerkt.
  • Futter. Seide wohnt auf der Innenseite von Jacken, wo niemand hinschaut.
  • Kleine Prozentsätze. Wintermäntel enthalten manchmal nur wenige Prozent Wolle oder Kaschmir — was den Eintrag an das Ende der Faserliste rückt und leicht zu überlesen macht.
  • Klebstoffe. Klebstoffe aus Haut, Knochen oder Kasein sind in Schuhen und Taschen noch im Einsatz. Dieser hier ist unsichtbar — und genau deshalb zählt die Zertifizierung hier mehr als irgendwo sonst.
  • Farbstoffe. Karmin, das Rot aus Cochenilleschildläusen, steht nicht auf dem Etikett — Farbstoffe stehen dort selten. Wenn es dir wichtig ist, ist das eine Frage an die Marke und nicht an das Schildchen.

Die Etikettenregel, die fast niemand kennt

Hier kommt das Nützlichste in diesem Artikel, und es ist eine gesetzliche Pflicht und keine Freundlichkeit.

Nach den EU-Vorschriften zur Textilkennzeichnung muss jedes Textilerzeugnis, das nichttextile Teile tierischen Ursprungs enthält, den Satz „enthält nichttextile Teile tierischen Ursprungs“ tragen. Der offizielle Leitfaden der Europäischen Kommission zu dieser Regel führt aus, was darunter fällt: jedes Teil aus Materialien wie Daunen, Federn, Knochen, Leder, Perlen oder Horn — auch in kleinen Mengen und unabhängig davon, wie es angebracht ist.

Der Satz existiert also genau für die Dinge, die sonst unsichtbar wären: den Hornknopf, den Lederpatch, die Federfüllung. Wenn du ihn siehst, stammt irgendetwas an diesem Kleidungsstück von einem Tier, auch wenn die Faserliste sauber aussieht. Es lohnt sich, ihn zu erkennen, weil er die harte Arbeit für dich übernimmt.

„Enthält nichttextile Teile tierischen Ursprungs.“ Fünf Wörter, die dir sagen, was die Faserliste nicht sagt.

Kleidungsetikett mit der Aufschrift ‚enthält nichttextile Teile tierischen Ursprungs‘


Wie du ein Schuhetikett liest

Schuhe fallen nicht unter diese Textilregel — sie haben ihr eigenes System, und weil das unser Handwerk ist, können wir hier am meisten beitragen.

Schuhe, die in der EU verkauft werden, müssen angeben, woraus drei Teile bestehen — das Obermaterial, das Futter und die Decksohle sowie die Laufsohle — und sie tun das meist mit Piktogrammen statt mit Worten, damit dasselbe Etikett in jeder Sprache funktioniert. Zu jedem Teilsymbol gehört ein Materialsymbol.

WELCHER TEIL DES SCHUHSObermaterialFutter & DecksohleLaufsohle

Die drei Teile, über die jedes EU-Schuhetikett Auskunft geben muss.

Die Tierhaut-Form bedeutet Leder. Dieselbe Form mit einer diagonalen Linie bedeutet beschichtetes Leder. Das gewebte Quadrat bedeutet Textil. Und die Raute bedeutet „sonstiges Material“.

Materialpiktogramme auf dem Innenetikett eines NAE-Schuhs

Das letzte Symbol verdient eine Anmerkung, weil die Ehrlichkeit hier gegen uns arbeitet. Lederalternativen fallen meist unter „sonstiges Material“ — Apfel, Kaktus, Mikrofaser und gewöhnlicher Kunststoff teilen sich dieselbe Raute. Das Symbol sagt dir, was ein Schuh nicht ist, und nichts darüber, was er ist. Dafür musst du immer noch die Beschreibung lesen oder nachfragen.


Wenn es überhaupt kein Etikett gibt

Zwei Tricks, beide verlässlich genug für den Laden, die dir sagen, ob ein Kleidungsstück tierische Materialien enthält:

Der erste sind die Pflegehinweise. Tierische Materialien mögen Wasser meist nicht: Wolle, Seide und Leder schreiben eher chemische Reinigung oder vorsichtige Handwäsche vor, während die meisten pflanzlichen und synthetischen Stoffe mit gewöhnlicher Seife und Wasser gewaschen werden können. Ein Kleidungsstück, auf dem „nur chemisch reinigen“ steht, ist einen zweiten Blick wert.

Der zweite ist, einfach nachzufragen. Eine Marke, die weiß, woraus ihre Klebstoffe sind, sagt es dir schnell; eine, die es nicht weiß, braucht eine Woche und antwortet vage. Beide Antworten sind aussagekräftig.


Was du ersetzt, und in welcher Reihenfolge

Eine Reihenfolge und kein Projekt — die Ordnung, die am wenigsten durcheinanderbringt:

  • Trag auf, was du hast. Nichts wird ersetzt, bevor es ersetzt werden muss.
  • Fang bei dem an, was du am häufigsten kaufst. Bei den meisten sind das Schuhe und Taschen — auch die Kategorien, in denen Leder die Voreinstellung ist und die Alternativen am weitesten entwickelt sind.
  • Dann die Saisonkäufe. Ein Wintermantel oder ein Strickteil wird alle paar Jahre gekauft — der richtige Moment, die Faserliste gründlich anzuschauen.
  • Lass die Schwierigen bis zum Schluss. Bei festlicher Garderobe und technischer Outdoor-Ausrüstung sind tierfreie Optionen noch am dünnsten. Niemand mit Verstand fängt dort an.
  • Second Hand zählt. Viele Veganer kaufen lieber gebrauchte Wolle als neue Synthetik, mit dem Argument, dass dadurch nichts weiter produziert wird. Andere ziehen sie gar nicht an. Beide Positionen werden in gutem Glauben vertreten, und du darfst wählen.

Was wir herstellen, und woraus

Es wäre seltsam, über das Lesen von Etiketten zu schreiben, ohne unser eigenes zu zeigen. Jeder NAE-Schuh ist PETA-Approved Vegan, und der ganze Schuh ist tierfrei: Obermaterial, Futter, Sohlen, Innensohlen und die Klebstoffe — der eine Teil, den du selbst nicht prüfen kannst.

Die Materialien, mit dem, was unsere Lieferanten dokumentieren, und wo du es nachlesen kannst:

Material Was es ist Quelle
Piñatex® 72 % Ananasblattfaser, 18 % PLA, 5 % biobasiertes Polyurethan, 5 % Polyurethan Ananas Anam
AppleSkin 21 % Apfelreste aus der Saftindustrie, kombiniert mit Polyurethan, Polyester und Baumwolle Materialseite
Desserto® Kaktus 90 % biobasierter Anteil; USDA Certified Biobased Product Desserto
Recyceltes PET Zertifiziert nach dem Global Recycled Standard (GRS) Materialseite
Mikrofaser Zertifiziert nach OEKO-TEX Standard 100 auf die Abwesenheit von Schadstoffen FAQ
Kork 100 % biologisch abbaubar und recycelbar, gewonnen ohne die Korkeiche zu schädigen Materialseite

Dir wird auffallen, dass keines der Pflanzenleder 100 % pflanzlich ist. Sie brauchen ein Polymer-Bindemittel, um zu halten, und wir geben dir lieber den Prozentsatz als ein freundlicheres Wort. Zu jedem einzelnen steht mehr auf unserer Materialseite.


Zum Schluss noch eines

Der erste Teil dieser Reihe hat einen Gedanken formuliert, den wir hier wiederholen würden: Das Ziel ist nicht, zu einem bestimmten Datum fertig zu sein. Ein Kleiderschrank erneuert sich langsam, und das ist ein Vorzug und kein Problem — es heißt, dass der Wandel in dem Tempo passieren kann, in dem Dinge tatsächlich verschleißen. Wenn du in der Zwischenzeit das, was du schon hast, länger halten lassen willst: unser Pflege-Leitfaden ist genau dafür geschrieben, und unser Pre-Loved-Programm existiert, damit Schuhe ein zweites Zuhause bekommen statt eines kurzen Lebens.

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